Das Doppelkupplungsgetriebe

Bei einem Doppelkupplungsgetriebe (der VW-Konzern hat sich den Begriff "Direktschaltgetriebe DSG" schützen lassen) wird das Getriebe in zwei Hälften aufgeteilt mit gemeinsamem An- und Abtrieb. Je eine Kupplung trennt die Getriebehälfte vom Antriebsstrang und ermöglicht so die erforderlichen Schaltvorgänge bzw. das Anfahren. Kuppeln und Schalten erfolgen automatisch, es gibt kein Kupplungspedal. Die Schaltkonsole sieht gleich aus wie bei einem automatischen Getriebe mit Tippschaltung.

Zur Funktion:

Beim Losfahren wird nach dem Anwählen der Fahrstufe der erste bzw. der Rückwärtsgang eingelegt und nach dem Lösen der Bremse sukzessive und ohne Zutun des Fahrers die Anfahrkupplung (K1, siehe Getriebeschema) geschlossen - je nach Gaspedalstellung sanft oder nachdrücklich. Gleichzeitig wird – bei Vorwärtsfahrt – bereits der zweite Gang eingedrückt – K2 bleibt offen. Das eigentliche Schaltmanöver beschränkt sich auf das Öffnen von K1 und das Schliessen von K2. Sobald K1 offen ist, wird im entsprechenden Getriebeteil vom ersten in den dritten Gang vorgeschaltet – das Spiel wiederholt sich.

Weil das Ein- und Auskuppeln synchron gesteuert wird, erfolgen im Gegensatz zu den automatisierten Schaltgetrieben mit Kupplung die Gangwechsel ohne Unterbruch der Zugkraft, wie man dies auch von Wandlergetrieben gewohnt ist. Beim DSG ist aber stets eine feste mechanische Verbindung vorhanden; die Verluste sind geringer als beim Drehmomentwandler. Dank der Vorwahl der Gangstufen können die Schaltvorgänge extrem schnell und präzise durchgeführt werden. Mit der aufwendigen Elektronik besteht sogar die Möglichkeit, Gänge zu überspringen, beispielsweise vom sechsten in den zweiten Gang. Dabei wird kurz der fünfte Gang aktiv, damit K2 für den Gangwechsel 6:2 geöffnet werden kann.

Je nach Motorisierung und Fahrzeugcharakter können die Schwerpunkte der Schaltlogik auf Sport, Komfort oder geringen Verbrauch gesetzt werden. Das DSG vereint viele Vorzüge des mechanischen Schaltgetriebes mit denen des automatischen Getriebes mit Drehmomentwandler. Übrigens: Doppelkupplungsgetriebe setzte zum ersten Mal vor fast 20 Jahren Porsche ein, allerdings nur im Rennsportwagen.